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Pfannen-Guide für Familien: Das brauchst du

Tim Lutter

Die meisten Familien besitzen zwei oder drei Pfannen. Und benutzen trotzdem immer dieselbe, für alles. Oft ist es ausgerechnet die beschichtete Antihaft-Pfanne.

Genau die lassen wir in diesem Guide weg. Nicht aus Prinzip, sondern weil bei Kochgeschirr für deine Familie die Gesundheit vorgeht. Du erfährst, welche unbeschichteten Pfannen wirklich reichen, welche Pfanne zu welchem Familiengericht passt und wie Rührei und Pfannkuchen auch ohne Beschichtung gelingen.

Key Takeaways

  • Gesundheit geht vor: Unser Grundset für Familien besteht aus Pfannen ohne Beschichtung, aus Edelstahl, Schmiedeeisen oder Gusseisen.
  • PTFE-Antihaft, bekannt als Teflon, gehört zu den PFAS. Wie sehr kleine PTFE-Teilchen aus beschädigten Beschichtungen im Körper wirken, ist laut Verbraucherzentrale noch nicht erforscht.
  • Rührei, Spiegelei und Pfannkuchen gelingen auch ohne Beschichtung: Pfanne gut vorheizen, Hitze etwas herunterdrehen, genug Fett nehmen.
  • „PFOA-frei" ist kein Gesundheitssiegel. Achte bei beschichteten Pfannen auf „frei von PFAS" oder „fluorfrei".

Braucht eine Familie wirklich mehrere Pfannen?

Ja, aber nicht viele. Oft reichen zwei unbeschichtete Pfannen: eine Edelstahlpfanne für den Alltag und eine Pfanne aus Schmiedeeisen für Eier, Pfannkuchen und Bratkartoffeln. Wer gern schmort oder Gerichte vom Herd in den Ofen schiebt, ergänzt eine Gusseisenpfanne. Jede dieser Pfannen hat eine andere Stärke.

Das Problem mit der einen „Allzweck-Pfanne" ist meist nicht die Pfanne, sondern die Gewohnheit. Wer für jedes Gericht zur selben Pfanne greift, kocht mit Kompromissen. Ein klares System hilft: Jede Pfanne hat ihre Gerichte, und jeder in der Familie weiß, welche wofür da ist.

Welche Pfannentypen gibt es, und welche empfehlen wir?

Wir empfehlen Familien drei Materialien ohne Beschichtung: Edelstahl, Schmiedeeisen und Gusseisen. Dieselben drei nennt die Verbraucherzentrale als Alternativen zu PTFE-Pfannen. Edelstahl ist unverwüstlich und spülmaschinentauglich, braucht aber etwas Erfahrung. Schmiedeeisen und Gusseisen bilden mit der Zeit eine Patina, die wie eine natürliche Antihaft-Schicht wirkt. Keramikbeschichtete Pfannen sind für uns nur zweite Wahl. Pfannen mit PTFE-Beschichtung empfehlen wir nicht.

Pfannentyp

Stärken

Schwächen

Unsere Einschätzung

Edelstahl

Unverwüstlich, spülmaschinentauglich

Braucht etwas Übung beim Vorheizen

Erste Wahl für den Alltag

Schmiedeeisen

Natürliche Patina mit Antihaft-Effekt

Schwer, nicht spülmaschinentauglich

Erste Wahl für Eier und Pfannkuchen

Gusseisen

Natürlicher Antihaft-Effekt, ofentauglich

Hohes Gewicht, nicht für lange Schmorgerichte mit Säure

Gut für Braten und Ofengerichte

Keramikbeschichtet

Ohne PTFE

Antihaft-Wirkung lässt nach

Nur zweite Wahl

Antihaft mit PTFE

Rutschig ab dem ersten Tag

Gehört zu den PFAS, Teilchen bei Kratzern

Empfehlen wir nicht

Warum fehlt die Antihaft-Pfanne in unserem Set?

PTFE gehört zu den PFAS, den sogenannten Ewigkeitschemikalien. Wird die Beschichtung beschädigt, zum Beispiel durch einen Pfannenwender aus Metall, können sich laut Verbraucherzentrale größere und sehr kleine Kunststoffteilchen lösen. Forschende der Flinders University haben in einer Studie aus dem Jahr 2022 gemessen, dass schon ein einzelner Riss rund 9.100 Teilchen freisetzen kann. Wie diese Teilchen im Körper wirken, ist noch nicht erforscht.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung erwartet nach derzeitigem Kenntnisstand keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen durch verschluckte Teilchen. Uns reicht ein „derzeitig" bei der Küche deiner Familie nicht. Wenn eine Gesundheitsfrage offen ist, empfehlen wir die Pfanne, bei der sie sich gar nicht erst stellt. Mehr zu Hitze, PFOA und Pflege steht in unserem Pfannen-Guide zu Pflege, Typen und Kauf.

Welche Pfanne für welches Familiengericht?

Eier und Pfannkuchen: Schmiedeeisen mit Patina oder gut vorgeheizter Edelstahl. Schnitzel, Hackfleisch und Gemüsepfanne: Edelstahl. Bratkartoffeln: Schmiedeeisen oder Gusseisen. Schmorgerichte und alles, was vom Herd in den Ofen geht: Gusseisen mit ofenfestem Griff. So hat jedes Familiengericht seine Pfanne, ganz ohne Beschichtung.

Familiengericht

Unsere Pfanne

Tipp

Rührei

Schmiedeeisen oder Edelstahl

Vorheizen, Hitze herunterdrehen, Butter dazu

Spiegelei

Edelstahl

Erst den Wassertest machen

Pfannkuchen

Schmiedeeisen

Dünn Fett verteilen, erst wenden, wenn sich der Rand löst

Schnitzel

Edelstahl oder Schmiedeeisen

Erst einlegen, wenn das Fett heiß ist

Hackfleisch für Bolognese

Edelstahl

Nicht zu viel auf einmal in die Pfanne

Bratkartoffeln

Schmiedeeisen oder Gusseisen

In Ruhe braten lassen, selten wenden

Hähnchenschenkel

Gusseisen

Anbraten und im Ofen fertig garen

Gemüsepfanne

Edelstahl

In Portionen braten

Fisch

Edelstahl

Liegen lassen, bis er sich von selbst löst

Wie gelingen Eier ohne Beschichtung?

Mit der richtigen Hitze. Heize die Edelstahlpfanne leer bei mittlerer Hitze vor und mach den Wassertest: Gib ein paar Tropfen Wasser hinein. Zischen sie und verdampfen sofort, ist die Pfanne noch nicht so weit. Rollen sie als kleine Kugeln über den Boden, ist sie bereit. Dreh die Hitze dann etwas herunter, gib Fett hinein und erst danach die Eier.

In der Schmiedeeisenpfanne hilft die Patina. Sie entsteht beim Einbrennen und wird mit jedem Braten besser. Die ersten Eier kleben vielleicht noch etwas. Das ist Übung, kein Fehler der Pfanne. Nach ein paar Wochen gehört Rührei zu den leichtesten Gerichten in deiner neuen Pfanne.

Wie pflegst du unbeschichtete Pfannen richtig?

Edelstahl darf in die Spülmaschine und verträgt auch Pfannenwender aus Metall. Schmiedeeisen und Gusseisen wäschst du von Hand mit heißem Wasser und einer Bürste, möglichst ohne Spülmittel. Danach trocknest du sie direkt auf dem Herd und reibst sie dünn mit Öl ein. So bleibt die Patina erhalten. Eine neue Eisenpfanne brennst du vor dem ersten Gebrauch ein, am besten genau nach der Anleitung des Herstellers.

Drei Pflegefehler, die du dir sparen kannst:

  1. Eisenpfannen in der Spülmaschine. Schmiedeeisen gehört nicht hinein.
  2. Nass wegstellen. Trockne Eisenpfannen sofort und öle sie ein.
  3. Heiß unter kaltes Wasser. Lass jede Pfanne erst etwas abkühlen.

Worauf achtest du beim Kauf einer Familienpfanne?

Achte zuerst auf das Material: unbeschichteter Edelstahl, Schmiedeeisen oder Gusseisen. Prüfe dann deinen Herd. Bei Induktion hilft ein Magnet: Haftet er am Pfannenboden, funktioniert die Pfanne darauf. Wenn Gerichte vom Herd in den Ofen sollen, brauchst du einen ofenfesten Griff. Und nimm die Pfanne vor dem Kauf in die Hand, denn Eisenpfannen sind schwer. Das zählt, wenn Kinder mithelfen.

Lass dich beim Kauf nicht von „PFOA-frei" beruhigen. PFOA ist in der EU seit 2020 verboten. Oft heißt das Etikett nur, dass PFOA durch andere Fluorverbindungen ersetzt wurde, zum Beispiel GenX. Wer eine beschichtete Pfanne kauft, achtet auf „frei von PFAS" oder „fluorfrei".

Unser Starter-Set:

  • Eine Edelstahlpfanne für den Alltag.
  • Eine Schmiedeeisenpfanne für Eier, Pfannkuchen und Bratkartoffeln.
  • Optional eine Gusseisenpfanne für Schmor- und Ofengerichte.

Wenn du die Lieblingsgerichte deiner Familie an einem Ort sammeln willst, hilft dir FamFood als digitales Familienkochbuch.

Häufige Fragen zu Pfannen im Familienhaushalt

Sind Keramikpfannen besser als PTFE-beschichtete Pfannen?

Keramikbeschichtete Pfannen kommen ohne PTFE aus. Laut Verbraucherzentrale lässt ihre Antihaft-Wirkung aber mit der Zeit nach. Unsere erste Wahl bleiben deshalb Pfannen ganz ohne Beschichtung: Edelstahl, Schmiedeeisen und Gusseisen.

Was mache ich mit meiner alten Antihaft-Pfanne?

Wir empfehlen dir, auf eine unbeschichtete Pfanne umzusteigen. Bis dahin gilt: nur Werkzeug aus Holz oder Silikon, nie leer erhitzen und aussortieren, sobald die Beschichtung Kratzer oder Abplatzungen zeigt. Eine leere PTFE-Pfanne kann laut Verbraucherzentrale schon nach 2 bis 5 Minuten 360 °C überschreiten, ab dann entstehen giftige Dämpfe.

Kann ich eine Gusseisenpfanne auf Induktion nutzen?

Mach den Magnettest: Haftet ein Magnet am Pfannenboden, funktioniert die Pfanne auf Induktion. Achte beim Kauf außerdem auf das Induktionssymbol auf der Verpackung.

Welche Pfanne eignet sich für Pfannkuchen mit Kindern?

Eine gut eingebrannte Schmiedeeisenpfanne. Ihre Patina wirkt wie eine natürliche Antihaft-Schicht. Weil Eisenpfannen schwer sind, wendest du am besten selbst, und die Kinder rühren den Teig oder geben den Belag dazu.

Über FamFood: FamFood ist das digitale Familienkochbuch, entstanden aus dem echten Küchenalltag. Wir sammeln, was in Familienküchen funktioniert: die Rezepte und das Wissen dahinter. Bei Gesundheitsfragen gilt für uns eine Regel: Im Zweifel empfehlen wir die gesündere Wahl.

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